Warum ist eine Stückliste in der Produktion entscheidend?

Stücklisten in der Produktion

Der Produktionsablauf ist einer der wichtigsten und grundlegendsten Vorgänge, die in ERP-Systemen wie MONITOR G5 ERP erstellt werden. Die Angaben, die Sie in Stücklisten hinterlegen – wie etwa Operations-, Rüst- und Durchlaufzeiten, Material, Mengen, Preise etc. – sind wichtige Informationen, die die Grundlage weiterer Anwendungen darstellen z.B. Kalkulationen, Bedarfsrechnungen und Belegungspläne. Wenn nicht von Beginn an eine Übersicht über alle Einzelteile erstellt wird, kann das zu Problemen führen und die gesamte Fertigung in Gefahr geraten. Im schlimmsten Fall können Produkte aufgrund fehlender Teile nicht rechtzeitig fertiggestellt werden und die Effizienz der Produktion leidet.

Perfekt und individuell geplante Produktionsabläufe tragen zur Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in verschiedenen Bereichen bei. Indem Sie und Ihr Unternehmen komplexe Produktionsabläufe sorgfältig planen, können Fehlbestände vermieden und Umsätze maximiert werden. Um eine langjährige Routine im Produktionsbereich aufzubrechen und optimierte Lose für Produkte einführen zu können, braucht es vor allem eins: Regeln!

Grundlegendes zu Stückliste und Arbeitsablauf

Bei einer Stückliste handelt es sich um die detaillierte Beschreibung der Arbeitsvorgänge und deren Durchlaufzeit, sowie sämtlicher Einzelteile mit Mengen, die benötigt werden, um ein bestimmtes Erzeugnis zu fertigen. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Maschinenbau, mittlerweile hat er aber in sämtlichen produzierenden Branchen Einzug gehalten. Stücklisten befinden sich immer dann im Einsatz, wenn Endprodukte aus mehreren Ursprungsteilen oder -stoffen zusammengesetzt werden. Stücklisten sind daher eng mit dem Arbeitsablauf verbunden. Der Ablauf enthält dabei die Operationen und Arbeitsschritte sowie die jeweiligen Zeiten und Arbeitsplätze. Die Arbeitsplätze können auch extern sein, wie es beispielsweise bei MONITOR G5 ERP möglich ist. Hier können Sie auch Lohnfertigungsoperationen eintragen.

Auf der Stückliste basieren die folgenden Arbeitsschritte:

  • Ermittlung und Planung des Bedarfs
  • Beschaffung der notwendigen Bestandteile
  • Planung des konkreten Arbeitsablaufs
  • Durchführung in der Produktion

Stücklisteninformationen sind für die Qualitätskontrolle und Produkthaftung erforderlich. Sie werden insbesondere für die Fertigungssteuerung und Teilebeschaffung benötigt, damit die richtigen Teile verbaut werden und das richtige Material für die zu fertigenden Produkte gekauft, gelagert und bereitgestellt werden kann. In der Prozesskostenrechnung und anderen Planungs- und Steuerungssystemen werden Stücklisten auch zur retrograden Ist-Verbrauchsermittlung eingesetzt. Mittels Stückliste kann auch die Vollständigkeit eines in Einzelteilen gelieferten Produktes, einer Anlage oder eines ganzen Systems überprüft werden.

Wofür braucht man eine Stückliste?

Die Produktionsplanung steuert zahlreiche Funktionen zur Planung des Produktionsprozesses sowie  die Durchführung der Fertigung. Außerdem ist sie für die Vorbereitung der Produktion inklusive der Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung der benötigten Materialien zuständig. Stücklisten bilden daher die Basis für eine korrekte Zusammenstellung und weiterhin die Grundlage für die komplette Bedarfsermittlung, die Beschaffung und die Arbeitsablaufplanung.

Neben der Produktionsplanung können Sie Daten aus Stücklisten auch in anderen Unternehmensbereichen nutzen. So dienen sie beispielsweise dem Vertrieb als Erfassungshilfe in Kundenaufträgen. Auch in der Reservierung und Warenausgabe können Stücklisten die Erfassung von Positionen deutlich vereinfachen. Nicht zuletzt sind die Stücklisten eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Produktkalkulation. Hier können Mitarbeitende sie insbesondere dazu heranziehen, um die Kosten des Materialeinsatzes zu berechnen.

Wo kommen Stücklisten zum Einsatz?

Zur Arbeitsvorbereitung fertigt meist die Konstruktionsabteilung eines Unternehmens Stücklisten an Sie stellt sie zur weiteren Verteilung allen entsprechenden Abteilungen zur Verfügung. Stücklisten bilden also die Basis für die komplette Beschaffung und Bedarfsermittlung. Daher findet man Stücklisten verschiedenen Anwendergruppen oder Bereichen der Produktionswirtschaft.

Einsatzbereiche von Stücklisten:

  • Konstruktion
  • Arbeitsvorbereitung (oder Arbeitsplan)
  • Einkauf
  • Kalkulation
  • Materialdisposition
  • Entwicklung
  • Fertigung
  • Bedarfsplanung
  • Beschaffung

Stücklisten in MONITOR G5 ERP

Aus Stücklisten lassen sich verschiedene Informationen und Stammdaten herauslesen. In MONITOR G5 ERP finden Sie darin beispielsweise unter anderem Informationsfelder zu Kundenverknüpfungen und Lagerbestand, die in den jeweiligen Artikeln hinterlegt sind. Welche Informationen Sie genau aus Stücklisten herauslesen können, finden Sie im Folgenden:

Folgende Informationen können Sie aus Stücklisten in MONITOR G5 ERP herauslesen:

  • Kundenverknüpfungen:
    In diesem Informationsfeld sehen Sie die Kundenverknüpfungen der Teile. Sie können hier kundenspezifische Preise sowie Kundenartikelnummern zu den Stücklisten hinterlegen. Die Kundenverknüpfungen bieten einen Überblick, den beispielsweise ihr Vertriebsteam nutzen kann.
  • Planung:
    Dieses Datenbankfeld zeigt die Planungsinformationen und Planungseinstellungen der Teile an. Damit behalten Sie alle kommenden Projektteile im Blick.  Außerdem zeigt dieses Feld an, ob ein Teil beispielsweise für das eigene Lager oder direkt für einen Kunden produziert wird.
  • Lagerbestand:
    Hier sehen Sie die Lagersalden der Teile an und damit alle Verfügbarkeiten. Das Feld zeigt zudem die Bestände pro Standort oder die Bestände pro Standort mit Rückverfolgbarkeit an.
  • Kosten in Bezug auf die Lohnfertigung:
    Für Operationen die extern ausgeführt werden, können Sie neben der Durchlaufzeit des jeweiligen Lieferanten auch die Kosten pro Stück eintragen.
  • Sperren/Benachrichtigung:
    Dies ist ein Feld, das Sperren und Meldungen für die Teile enthält.
  • Lieferantenverknüpfungen:
    Dieses Feld enthält Informationen über die die Lieferantenverknüpfungen der Teile. Sie können hier Lieferantenspezifische Preise und Artikelnummern zu Einkaufs-Stücklisten erfassen.
  • Einstellungen zur Rückverfolgbarkeit:
    Über dieses Feld wird gesteuert, ob ein über eine Stückliste produzierter Artikel mit Seriennummer/Batch geführt werden soll. Die automatische Vergabe von Seriennummern unterschiedlichster Ausprägungen ist selbstverständlich gegeben
  • Alternative Arbeitsplätze hinterlegen
    In diesem Feld können Sie alternative Arbeitsplätze, in MONITOR G5 ERP Work center genannt, hinterlegen und ablesen.
  • Variantenstücklisten
    Sie können auch Varianten für bestimmte Gegebenheiten festlegen.    Diese Varianten sind vielfältig ausgeprägt und u. a. Variantencode oder Kunden spezifisch abbildbar, so dass nur eine Stückliste für unterschiedliche Varianten eines Produktes erstellt werden muss. (CTA: Mehr Infos zu Variantenstücklisten)

Fazit: Stücklisten als Basis für einen ordnungsgemäßen Produktionsablauf

Insgesamt bilden Stücklisten eine unverzichtbare Grundlage für die Produktionsplanung und die Materialbereitstellung. Insbesondere bei komplexen Erzeugnissen helfen sie Unternehmen dabei, Baugruppen und Einzelteile vollständig zu überblicken.

Thorben Hagedorn, ERP-Berater bei 5CUBE.digital GmbH:

„Mit Stücklisten kann dabei weit mehr vollbracht werden als eine einfache Auflistung von Artikeln, Mengen und Teilen. Stücklisten bilden somit eine wichtige Grundlage für einen ordnungsgemäßen Produktionsablauf. Der Vorteil der Stückliste liegt vor allem – wenn richtig umgesetzt – in der gemeinsamen Datenbasis, da trotz individueller Sichtbarkeit einzelner Unternehmensbereiche eine einheitliche Datenstruktur vorliegt. Um das Potenzial von Stücklisten also voll auszuschöpfen, bietet sich daher die Nutzung einer IT-gestützten Lösung an, welche in etwa bei modernen ERP-Systemen mit integriertem Warenwirtschaftssystem vorzufinden ist. In der Regel ist die Erstellung und Pflege von Stücklisten dann ein Kinderspiel, das sich vor allem in fehlerfreien Abläufen bei sinkendem Ressourcenbedarf bei gleichzeitig steigender Qualität widerspiegelt. Wir empfehlen dafür die ERP-Software MONITOR G5 ERP.“

Thorben Hagedorn, Experte zum Thema Stückliste

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